Steigende Bauzinsen: Banken verspüren Furcht vor Immobilienblase

Steigende Bauzinsen sollen Gefahr von Immobilienblase mindernDer wichtigste Akteur für die Entwicklung der Bau- und Immobilienzinsen ist bekanntlich die Europäische Zentralbank (EZB). Senkt diese den Leitzins, folgen die Zinsen gewöhnlich. Die Banken können sich günstiger Geld von der Zentrale leihen und es in der Folge in der Form verbilligter Kredite an interessierte Bauherren und Immobilienkäufer weitergeben. Dieser Zusammenhang ist jedoch zerschlagen. Trotz der Leitzinssenkung aus dem Frühling 2013 auf 0,50 Prozent sind die Bau- und Immobilienzinsen für alle Laufzeiten seit damals durchgängig angestiegen, wie ein Blick auf Aktuelle-Bauzinsen.info beweist. Die Angst vor der Immobilienblase ist zu stark geworden.

Der Bauboom geht weiter

Im ersten Halbjahr 2013 ging der Bauboom in Deutschland mit unverminderter Kraft weiter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts genehmigten die Behörden von Januar bis Juni rund 124.900 neue Häuser und Wohnungen. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2012 war dies ein Plus von 9,6 Prozent. 80 Prozent der Befragten einer „Grundinvest Studie“ erklärten zudem, es lohne sich derzeit einfach, in Immobilien zu investieren, da die Zinsen vergleichsweise noch immer sehr günstig seien.

Nur: Allein in 2012 sind in den sieben größten Städten in Deutschland die Wohnungspreise um durchschnittlich elf Prozent gestiegen, wie die Bundesbank berichtet. In Berlin legten die Preise für Eigentumswohnungen in den vergangenen Jahren um insgesamt 40 Prozent zu. Da die Mieten noch schneller steigen, werden die Preise weiter in die Höhe klettern. Die Commerzbank rechnet damit, dass die Preise für Wohnimmobilien in ganz Deutschland durchschnittlich um drei bis fünf Prozent pro Jahr zulegen werden. Was dies für die Banken und die Kreditnehmer bedeutet, drückte das „Handelsblatt“ schon im Juni 2013 durch eine treffende Überschrift aus: „Die deutsche Blase“.

Platzt die Blase, verlieren alle

Eine Immobilienblase entsteht immer dann, wenn Kreditnehmer durch günstige Zinsen dazu verleitet werden, Finanzierungen aufzunehmen, die sie eigentlich nicht bedienen können und die nicht durch einen dauerhaften Gegenwert gedeckt sind. Platzt die Blase, verlieren die Kreditnehmer ihre Immobilien und die Banken einen Großteil des Geldes.

Banken müssen den Prozess stoppen

Bauzinsen steigen
Den Run auf die Immobilien haben die Banken durch die günstigen Zinsen in Gang gesetzt. Sie sind deshalb auch die einzigen Akteure, welche die Bildung einer Blase verhindern können. Dies geschieht durch die steigenden Zinsen. Die Nachfrage wird dadurch kleiner und das Angebot muss sich irgendwann vergünstigen. Wenn die Prognose der Commerzbank zutrifft und sich die Immobilienpreise tatsächlich in den kommenden Jahren weiter verteuern, dürften die Bau- und Immobilienzinsen noch schneller als in den vergangenen Monaten steigen.

Wer noch eine Bau- oder Immobilienfinanzierung benötigt, für den hat jetzt die Stunde geschlagen. Abgesehen von den üblichen kurzfristigen Schwankungen wird es in Zukunft bei den Zinsen nur nach oben gehen. Deshalb sollte man jetzt aktiv werden, denn zu langes Warten ist ein kostspieliger Fehler.

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