Schwache Konjunkturdaten stützen Bundesanleihen

Die Zinsen für Bundesanleihen sind überraschend gesunken. Grund hierfür war unerwartet schwache Konjunkturdaten aus Deutschland. Fast innerhalb von Stunden drehte sich der Wind an den Anlagemärkten. Helfen könnte dieser Trend den Bau- und Immobilienzinsen, die eigentlich wieder im Steigflug begriffen waren. Doch offenbar haben die Anleger und Finanzinstitute ihr in der Krise eingeübtes Sicherheitsdenken noch nicht ganz abgestreift.

Der Kurs der zehnjährigen Bundesanleihen

Als klassischer Referenzkurs für die Entwicklung der Bau- und Immobilienzinsen gelten die Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Diese notierten Mitte August bei einem Zinssatz bei 1,92 Prozent. Die Renditen waren in den Tagen zuvor von den positiven Konjunkturnachrichten aus Deutschland, der Euro-Zone und den USA getragen worden.

Den finalen Stoß über die psychologisch wichtige Marke von 2,00 Prozent sollte die Entwicklung der deutschen Erzeugerpreise leisten. Die Analysten von Bloomberg und einigen anderen Agenturen hatten damit gerechnet, dass diese in Deutschland im Juli erstmals seit sechs Monaten wieder ansteigen würden. Sie erwarteten ein Plus von 0,2 Prozent. Doch das Statistische Bundesamt enttäuschte diese Hoffnungen. Die Erzeugerpreise fielen im Juli um 0,1 Prozent nach unten. Der negative Trend bei den Erzeugerpreisen, der ein Spiegelbild dafür, dass die Konsumlaune in der Bundesrepublik längst noch nicht wieder auf Vor-Krisenstand ist, setzte sich damit fort.

Die Anleger orientierten sich deshalb um und setzten erneuten auf die Karte Sicherheit. In der Folge kauften sie verstärkt Bundesanleihen. Deren Zinssatz rutschte anschließend auf 1,86 Prozent ab. Der Bund-Future (Kontraktindex für Termin-Geschäfte) stieg im Gegenzug um 46 Basis-Punkte auf 140,39 Prozent. Dies ist eine natürliche Reaktion: Wenn die Investoren die Karte Sicherheit ziehen, verlagern sie Anschaffungen in die Zukunft, weshalb die Futures klettern.

Schicken die Bundesanleihen die Immobilienzinsen auf Tiefflug?

Zinsentwicklung für Baufinanzierungen für August 2013

Zinsdaten: aktuelle-bauzinsen.info

Die Bau- und Immobilienzinsen sind in den letzten Wochen fleißig nach oben geklettert. Dieser Anstieg könnte durch die Entwicklung bei den Bundesanleihen möglicherweise gestoppt oder sogar umgekehrt werden. Der Grund ist das enge Zusammenspiel zwischen den Bundesanleihen und den Zinssätzen auf diese Finanzierungen: Denn die Kredite für den Kauf oder den Bau von Immobilien sowie Staatschuldpapiere konkurrieren um die selben Geldmittel der Banken. Die Geldhäuser suchen nach sicheren Anlagemöglichkeiten, die ein Maximum an Renditen erbringen.

Die Bundesanleihen schlägt bezüglich ihrer Sicherheit und der mittelfristigen Planungsmöglichkeit keine andere Anlagemöglichkeiten. Je tiefer die Zinsen für die Bundesanleihen sinken, desto weniger rentabel wird trotz aller Sicherheit diese Form des Investments. Die Geldhäuser müssen sich deshalb umorientieren und auf die zweit sicherte Anlagevariante vertrauen, die eine etwas höhere Rendite erbringt. In Deutschland sind dies die Immobilienfinanzierungen, die zugleich ebenfalls mittel- und langfristige Planungssicherheit erbringen. Allerdings ist der Markt für Immobilienfinanzierungen deshalb stark umkämpft. Die Zinssätze bewegen sich nur geringfügig oberhalb der von den Bundesanleihen. Sie vollziehen zudem die Bewegungen mit.

Fazit: Die kommenden Wochen die Zinsen für Bau- und Immobilienkredite genau beobachten

Dadurch, dass die Renditen bei den Bundesanleihen nun gefallen sind, sollten innerhalb von zwei bis vier (manchmal sechs) Wochen die Finanzierungen im Immobilienbereich diese Bewegung nachvollziehen. Wer die Zeit hat, sollte deshalb einige Wochen abwarten und die Entwicklung der Zinssätze dabei genau im Auge behalten, um das optimale Timing für den Abschluss einer solchen Finanzierung zu erwischen.

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