Mindestens eine Stagnation der Bauzinsen erwartet

Immobilienkredit ZinsverlaufIn den vergangenen Jahren hat man sich daran gewöhnt, dass die Bauzinsen immer weiter ins Rutschen gekommen sind. Die Europäische Zentralbank (EZB) fährt eine zunehmend lockere Geldpolitik, um Kredite zu vergünstigen und so die Wirtschaft anzukurbeln.

In der Folge sind auch die Bauzinsen stetig gesunken. Doch damit scheint nun erst einmal Schluss zu sein. Kurz- und mittelfristig dürften die Immobilienzinsen auf ihrem gegenwärtigen Niveau stagnieren oder sogar leicht steigen – wenn die EZB nicht noch einmal eingreift.

Die aktuelle Marktentwicklung

Eigentlich war das Feld für sinkende Bauzinsen bereitet. Die EZB hatte den Leitzins abermals gesenkt. Er beträgt nur noch 0,5 Prozent. Anders als früher sanken die Zinssätze diesmal jedoch nicht ab, sondern kletterten leicht in die Höhe. Für fünf Jahre zahlt man laut aktuelle-bauzinsen.info derzeit 1,66 Prozent Zinsen im Durchschnitt. Im Mai waren es noch 1,38 Prozent. Für zehn Jahre kletterten die Zinsen von 2,02 Prozent auf 2,39 Prozent. Für 15 Jahren sind inzwischen 2,84 Prozent zu bezahlen. Dies ist ein Plus von 25 Basispunkten. Für 30 Jahre ging es bescheiden nach oben. Statt 3,10 Prozent sind nunmehr 3,13 Prozent zu bezahlen.

Zinschart: EZB Leitzins, 5 Jahre

Der Markt lässt sich nicht auf Dauer betrügen

Durch die wiederholten Markteingriffe der EZB auf dem Immobilienmarkt gingen in Deutschland die Marktentwicklung und die Finanzierungsbedingungen fast über zwei Jahre auseinander. Nach im ersten Quartal 2013 zeigte der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (DIFI) eine erstklassige Einschätzung der Menschen im Bereich der Teilfinanzierung „Wohnen“. Der Index lag bei fast 50 Zählern. Inzwischen gibt es jedoch eine Marktsituation, in der die Immobilienpreise in ganz Deutschland steigen. Die Nachfrage ist allerdings ungebrochen hoch, weil die Mieten sogar noch schneller steigen und Häuser aufgrund der Eurokrise als sichere Anlageform gelten. Die Zinsen auf die Finanzierungen müssen steigen, um die Bildung sowie das Platzen einer Blase in Deutschland zu verhindern. Ansonsten drohen hierzulande Verhältnisse, wie sie derzeit auf dem spanischen Markt zu beobachten sind.

Der Markt lässt sich allerdings auf Dauer ohnehin nicht derart betrügen wie es zuletzt geschehen ist. Die steigenden Zinsen stellen eine Reaktion auf die derzeitigen Bedingungen dar. Der DIFI ging im zweiten Quartal entsprechend in die Knie. Der Index lag gerade noch bei 25. Die Finanzierungsbedingungen werden damit zwar insgesamt immer noch als ausgesprochen positiv eingeschätzt, doch die Stimmung im Teilbereich „Wohnen“ ist längst nicht mehr so euphorisch wie noch von Januar bis Februar.

EZB könnte allerdings noch einmal eingreifen

Die Zeichen für die Bauzinsen stehen deshalb auf Stagnation oder sogar auf einem leichten Anstieg. Erschwert wird die aktuelle Prognose allerdings derzeit durch die EZB: Diese wollte Anfang Juli den Leitzins erneut senken, was allerdings am Widerstand Deutschlands sowie einiger Nordländer gescheitert ist. In den kurzfristigen Zinscharts ist dies sogar zu erkennen: Die Bauzinsen sanken ab, als das Gerücht die Runde machte, der Leitzins könnte erneut nach unten gehen. Als sich herausstellte, dass dieser Schritt ausbleiben würde, stiegen sie wieder an. Die EZB bekräftigte allerdings jüngst ihr Niedrigzinsversprechen. Diese würden mittelfristig auf dem aktuellen oder „einem niedrigeren Niveau“ bleiben, heißt es vom Rat der Notenbank. Kommt es dazu, werden die Karten auch für die Bauzinsen neu gemischt.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Baufinanzierung abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Mindestens eine Stagnation der Bauzinsen erwartet

  1. Pingback: Steigende Bauzinsen: Banken verspüren Furcht vor Immobilienblase | Bauzinsvergleich – Der Bauzinsen Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s