Argumente gegen einen Inflationsschutz durch Immobilien

Was vor einem Immobilienerwerb wirklich zählt: die Lage

Die Lage ist beim Immobilienerwerb entscheidend

In Zeiten niedriger Bauzinsen denken viele Anleger über den Kauf einer Immobilie nach. Ein Zinstief ist aber ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite sind Kredite unglaublich günstig, auf der anderen Seite müssen sich Kontoinhaber und Investoren mit extrem niedrigen Zinszahlungen begnügen. Der Bund konnte sich so beispielsweise bereits Geld auf den internationalen Märkten zum Nulltarif leihen. Trotz der niedrigen Inflationsrate in Deutschland von 1,5 % im Mai 2013 werden Sparbücher, Girokonten und Depots schrittweise entwertet.

Als sicherer Hafen gelten dabei im Allgemeinen Immobilien. Diese Vorstellung ist aber trügerisch. Erst 2008 gerieten die Preise durch die Immobilienkrise erheblich unter Druck. Gegenwärtig entwickeln sich die Immobilienpreise deutschlandweit sehr heterogen. In einigen wirtschaftsstarken Großstädten wie Hamburg, München, Berlin, Stuttgart, Frankfurt am Main ist Wohnraum bereits knapp und die Preise ziehen stark an. Auf dem Land ergibt sich dagegen ein ganz anderes Bild. Hier stehen viele Mietobjekte frei. Neben Wohnimmobilien betrifft dies ebenfalls Gewerbeimmobilien. Besonders Büroflächen und Verkaufsräume in den Fußgängerzonen kleiner und mittelgroßer Städte stehen häufig leer und bleiben lange Zeit nicht vermietet. Es kommt also zur Renditeerzielung auf die Lage der Immobilie und deren Zweck an.

Auf die Ausstattung kommt es an

Neben diesen Punkten spielt die Ausstattung eine wichtige Rolle. Ist das betrachtete Gebäude schlecht isoliert und erfüllt nicht die aktuellen Energiestandards, kann die Immobilie eher nicht gegen eine zunehmende Inflation schützen. Da die Kosten für Energie häufig Preistreiber allererster Güte sind, kann ein solches Bauwerk diese Funktion nicht erfüllen.

Die Mietpreisbremse als Gefahr für den Inflationsschutz

Der Kauf oder Bau von Mietobjekten muss ebenfalls nicht zwangsläufig ein gutes Geschäft sein. Die Rechte der Vermieter werden gegenwärtig permanent geschwächt, wohingegen die Mieter bevorzugt werden. Auch Überlegungen der SPD im Falle eines Wahlsiegs eine Mietpreisbremse einzuführen, benachteiligen den Hauseigentümer beträchtlich. Durch eine Begrenzung von Mietpreiserhöhungen können im worst-case-scenario hohe Inflationsraten nicht mehr ausgeglichen werden. Solche eine Begrenzung der Mieten existierte bereits während Hyperinflationsphase in Deutschland von 1921 bis 1923. Wohnungseigentümer konnten so die starke Geldentwertung nicht mehr durch Preiserhöhungen ausgleichen.

Gefahr der Überhitzung des Immobilienmarktes

Ein weiteres Argument gegenüber einem Anhalten des Baubooms ist im Grunde ebendieser. Zum Teil ist der Markt bereits überhitzt und es wird über Bedarf Wohnraum geschaffen. Negative Beispiele für eine solche „Überproduktion“ findet sich in Ländern wie Spanien oder China. Dort existieren ganze Dörfer und Städte, die nicht ansatzweise bevölkert sind, aber als lukrative Anlageprodukte vermarktet wurden.

Austauschbarkeit gegenüber anderen Vermögenswerten schwierig

Im Gegensatz zu Wertpapieren weisen Immobilien einen nicht zu unterschätzenden Nachteil auf. Wie der Name es schon sagt sind Letztere nicht bewegliche Sachen bzw. Vermögenswerte. Kommt Vater Staat auf die Idee neue Einnahmequellen zu finden, werden dann schnell die Hausbesitzer ins Visier genommen und zusätzlich zur Kasse gebeten. Gebäude lassen sich einfach schlechter verstecken als andere Wertgegenstände wie Rohstoffe, Bargeld oder Schmuck. Insbesondere durch die steigende Staatsverschuldung besteht die Gefahr, dass Immobilieneigentümer einen Teil ihresVermögens an den Staat verlieren.

Fazit

Trotz der genannten Argumente gibt es natürlich einen wichtigen Grund für den Bau oder Kauf einer Immobilie. Dies ist der Wunsch eine Familie zu gründen, sich selbst zu verwirklichen und etwas Eigenes zu schaffen. Daher sollte vor dieser wichtigen Entscheidung der Inflationsschutz nicht der ausschlaggebende Aspekt zur Durchführung dieses Unterfangens sein.

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