EZB senkt den Leitzins: Die Auswirkungen auf die Immobilienzinsen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet am 2. Mai den Leitzins für die Eurozone gesenkt. Statt der ohnehin schon historisch tiefen 0,75 Prozent beträgt dieser nunmehr noch 0,50 Prozent. Es ist die erste Veränderung des Leitzinses seit Sommer 2012. Die Argumente, weshalb er nun wieder gesenkt wurde, ähneln dabei den Gründen, die vor neun Monaten angeführt wurden, fast bis aufs Wort.

Die Gründe für die Leitzinssenkung

Die wirtschaftliche Lage der Eurozone ist noch immer ausgesprochen schlecht. Nur vier Staaten der Währungsunion stecken nicht in der Rezession. Einzig Deutschland weist noch ein nennenswertes Wachstum auf. Einer der Gründe für die schwache wirtschaftliche Entwicklung ist nach Ansicht der Notenbank die Kreditklemme in Südeuropa.

Die Banken vergeben noch immer kein Geld an die hiesige Wirtschaft, weshalb kein Wachstum entstehen kann. Dabei fehlt es den dortigen Geldhäusern nicht an dem Willen zu diesem Schritt, sondern schlicht an den Mitteln. Durch die Leitzinssenkung können sie deshalb von nun an günstiger Darlehen von der Zentrale erhalten und diese an die eigene Wirtschaft weitergeben. Zugleich sollen auch Banken aus Nordeuropa animiert werden, wieder verstärkt im Süden zu investieren.

Vorläufig noch kein Strafzins auf das EZB-Tagesgeld

Es ist nicht die erste Senkung des Leitzinses und in der Vergangenheit war anschließend zumeist ein Phänomen zu beobachten. Die Banken greifen bei den Darlehen zwar gerne zu, aber reichen das Geld nicht an die Wirtschaft weiter. Stattdessen deponieren sie es bei der EZB. Auf diese Form des „Tagesgelds für Banken“ gab es in der Vergangenheit sogar Zinsen. In der Folge kletterten die Einlagen bei der Zentrale zeitweilig auf über 740 Milliarden Euro. Nun sollen diese Gelder an die Wirtschaft weitergereicht werden. Die EZB hat deshalb einen Strafzins in Erwägung gezogen, allerdings noch nicht eingeführt. Laut Notenbank-Präsident Mario Draghi ist man zu diesem Schritt allerdings „bereit“. Kommt der Strafzins, bedeutet dies, dass die Banken dafür zahlen müssen, dass sie ihr Geld bei der EZB lagern.

Die Hoffnung ist, dass die Geldhäuser die Mittel dann doch lieber als Kredite an die Wirtschaft ausschütten. Im Rat der EZB hat man sich erst einmal gegen diesen Schritt entschieden, weil man noch der Hoffnung, ist dass allein die Drohung für den Strafzins schon ausreichend sein wird.

Immobilienzinsen dürften sinken

Für den Markt der Bau- und Immobilienkredite bedeutet die neuerliche Leitzinssenkung eine gute Nachricht. Da die Banken nun wieder leichter an Geld kommen, werden neue Mittel für Bau- und Immobiliendarlehen bereitgestellt werden, denn diese gelten insbesondere in Deutschland für die Banken als „sichere Anlage“.

Da alle großen Geldhäuser dies so tun werden, kommt es vermutlich erneut zu einem Wettbieten, das bereits nach der letzten Leitzinssenkung zu beobachten war. Im Klartext bedeutet dies: Die Zinssätze auf Immobilienredite werden sinken. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürften sie auf ihre historischen Tiefststände fallen. Wer ein Bau- oder Kaufvorhaben plant oder sich um eine Anschlussfinanzierung bemüht, sollte deshalb einige Tage ins Land gehen lassen, denn die Zinssenkungen werden vermutlich schnell sichtbar.

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