Prognose für das 1. Halbjahr 2013: Die Bauzinsen werden steigen

Im ersten Halbjahr 2013 ist mit einem merkbaren Anstieg der Bauzinsen zu rechnen. Bereits jetzt lässt sich diese Entwicklung ablesen: Für fünf Jahre müssen die Darlehensnehmer bereits 25 Basispunkte mehr als noch im Dezember zahlen. Die Zinssätze für 30-jährige Kredite sind um 21 Basispunkte in die Höhe geklettert. Den bislang größten Sprung machten Darlehen mit einer Länge von zwölf Jahren: Für sie müssen 0,32 Prozent mehr Zinsen als noch vor sechs Wochen gezahlt werden. Vermutlich ist diese Entwicklung erst der Anfang.

Umfrage der Bundesbank: Zinsen werden deutlich ansteigen

So zeigt eine Umfrage der Bundesbank, die unter den wichtigsten deutschen Geldhäusern durchgeführt wurde, dass mit stark steigenden Zinsen auf Bau- und Immobilienkredite zu rechnen ist. „Focus Online“, dem die entsprechenden Zahlen vorliegen, berichtet, die entsprechenden Darlehen würden von den Kreditnehmern noch immer stark nachgefragt, da diese die Situation am Immobilienmarkt nach wie vor „sehr optimistisch“ einschätzen würden. Da die Finanzinstitute allerdings immer weniger Mittel zur Verfügung haben, die sie als Kredite ausschütten könnten, wollten die Banken den „Zugang zu den Krediten deutlich erschweren“, heißt es. Im Klartext bedeutet dies, dass die Zinsen angezogen werden. Damit soll auch die Bildung einer Blase vermieden werden, die manche Experten vor allem in den Metropolregionen bereit entstehen sehen.

Der Euro könnte noch einmal die Zinswende bringen

Erschwert wird die Prognose allerdings durch die weitere Entwicklung der Eurokrise. Schon einmal schienen die Immobilienzinsen deutlich im Anstieg begriffen zu sein. Dann allerdings intervenierte die Europäische Zentralbank (EZB) und senkte den Leitzins auf historisch nie gesehene 0,75 Prozent. Die Zinsen rutschen damals noch einmal ab. Ähnliches könnte im ersten Halbjahr noch einmal passieren – zumindest wenn es nach dem französischen Präsidenten Francois Hollande geht, denn dieser findet den Wechselkurs des Euro deutlich zu stark. Er fordert deshalb die EZB auf, „eine aktive Wechselkurspolitik zu betreiben“, um den Eurokurs zu drücken. Praktisch würde ein solcher Schritt bedeuten, dass die EZB den Markt erneut mit Geld schwemmt. Je mehr Euros verfügbar sind, desto tiefer wird der Kurs. Die zusätzliche Liquidität würde an die Banken gehen. Als dies das letzte Mal geschehen ist, sanken die Immobilienzinsen merkbar.

Unsicherheitsfaktor Italien

Die Eurokrise könnte allerdings auch genau das Gegenteil auslösen: Gebannt richten sich die Blicke derzeit nach Italien. Dort wird noch im Februar gewählt und der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi kandidiert erneut. Sein Versprechen: Gewinnt seine Partei, führt er Italien aus dem Euro. Diese Worte werden zumindest nicht in der Wirtschaft als inhaltslose Phrasen aufgefasst. Der deutsche Autobauer Daimler spekuliert bereits auf einen italienischen Euro-Exit. Das Unternehmen gab über eine Tochterfirma Anleihen aus, die bis 2015 laufen und in denen vermerkt ist, dass die Tilgung in der „geltenden italienischen Landeswährung“ stattfinden zu hat. Die Auswirkungen eines italienischen Euro-Austritts auf die Kapitalmärkte und damit die Bau- und Immobilienzinsen sind nicht vorhersehbar.

Fazit: Ein rasches Handeln ist angebracht

Die Chancen, dass die EZB tatsächlich schon jetzt auf die Rufe aus Frankreich reagiert und den Euro schwächt, nachdem sich dieser im Wechselkurs gegen den Dollar gerade erst erholt hat, sind nur sehr gering. Viel wahrscheinlicher ist es, dass die Immobilienzinsen weiterhin anziehen werden. Zudem wartet in Gestalt der italienischen Wahlen eine sehr große Unsicherheit am Horizont. Wer einen Immobilienkredit nehmen möchte, um zu kaufen oder zu bauen, sollte deshalb rasch handeln. Momentan scheint die Tendenz nur in die Höhe zu zeigen. Jeder Tag, den man zögert, bezahlt man vermutlich.

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2 Antworten zu Prognose für das 1. Halbjahr 2013: Die Bauzinsen werden steigen

  1. M.B. schreibt:

    3 Monate ist dieser Bericht alt und schon völlig überholt.
    Solche Prognose sind vollkommen unseriös und ebenfalls gefährlich.
    „Momentan scheint die Tendenz nur in die Höhe zu zeigen. Jeder Tag, den man zögert, bezahlt man vermutlich.“ –> Gute Idee, Menschen vorschnell in eine Investitionsentscheidung zu drängen, die sie durchaus über mehrere Jahrzehnte belasten kann. Wer darauf gehört hat, ärgert sich nicht nur über zu hohe Zinsen, sondern vielleicht ebenfalls über einen falsche Entscheidung

  2. A.B. schreibt:

    Und auch der Letzte Kommentar ist überholt, denn die Zinsen sind die Letzten 3 Wochen erheblich gestiegen, allen voran die KfW Bank.!!! soviel zu der einschätzung von M.B.

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