Steigende Immobilienpreise kontra fallende Immobilienzinsen

Immobilienpresie kontra ImmobilienzinsenDie Immobilienzinsen sind in den ersten Novemberwochen wieder auf absolute Tiefststände gefallen. Für Finanzierungen mit fünfjähriger Laufzeit können Darlehensnehmer inzwischen einen Zinssatz einplanen, der unter 1,60 Prozent liegt. Aber auch für längeren Zeitraume bis zu 20 Jahren werden nicht einmal mehr 3,00 Prozent fällig. Zugleich haben aber die Immobilienpreise stark angezogen. In den beliebten Metropolen müssen Käufer heute oft 50 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren bezahlen. Dabei ist die Preisspirale nach oben nach Meinung der Experten noch nicht beendet.

Die EZB drückt die Immobilienzinsen nach unten

Verantwortlich dafür, dass die Immobilienzinsen entgegen der allgemeinen Schätzungen doch noch einmal auf absolute Tiefststände fallen konnten, ist vor allem die Europäische Zentralbank (EZB). Schon im dritten Quartal 2012 hat sie den Leitzins auf 0,75 Prozent gesenkt. In der Geschichte des Euros war dieser nie tiefer. An den Finanzmärkten rechnet man außerdem damit, dass die Zentrale in Frankfurt den Wert im Dezember sogar noch einmal auf 0,50 Prozent senken kann. Dies hat direkten Einfluss auf die Immobilienzinsen, denn der Leitzins beschreibt nicht nur, zu welchem Zinssatz sich die Banken Geld bei der EZB leihen können, sondern macht auch die entscheidende Vorgabe für die „European InterBank Offered Rate“. Der EURIBOR gibt an, zu welchem Zinssatz sich die Banken untereinander Geld leihen dürfen. Je günstiger diese Werte sind, desto billiger können die Finanzinstitute auch Immobilienkredite vergeben und dennoch Gewinn machen. Sollte der Leitzins noch einmal gesenkt werden, könnten auch die Bau- und Immobilienzinsen noch einmal fallen.

Verantwortlich für die sinkenden Zinsen ist zudem auch das Staatsanleihen-Ankaufprogramm der EZB. Seit September erwirbt diese die Papiere von den europäischen Krisenstaaten auf dem Sekundärmarkt. Dies bedeutet, sie kauft sie den Banken ab. Als Ergebnis sind beispielsweise die Zinsen, die Spanien bezahlen muss, um sich zu finanzieren, um mehr als zwei Prozent gesunken. Für die Banken ist dieser Vorgang vor allem deshalb bedeutend, weil sie sich selbst um einige riskante Positionen in ihren Büchern erleichtern konnten und zudem frisches Kapital in ihre Kassen bekamen. Zudem hat der Schritt der EZB dazu beigetragen, den Glauben in die Sicherheit des Währungssystems insgesamt zu stärken. Dies führte zur Beruhigung auf den Finanzmärkten und entspannte auch die Situation rund um die Darlehensvergaben.

Die Immobilienpreise klettern in die Höhe

Die logische Reaktion auf die sinkenden Immobilienzinsen sind steigende Preise. Denn immer mehr Deutsche nutzen die günstigen Konditionen, um sich Wohneigentum anzuschaffen. Die Bundesbürger betrachten Immobilien als beste Form der Vermögens- und Alterssicherung. In den letzten fünf Jahren zogen die Immobilienpreise deshalb durchschnittlich um 6,5 Prozent an. In Berlin muss man heute für ein Haus oder eine Wohnung 70 Prozent mehr als noch 2007 bezahlen. Eine Blase hat sich jedoch nach Expertenmeinung noch nicht aufgebaut. Vielmehr werden die Preise demnach auch in den beliebten Metropolen wie Hamburg, München, Frankfurt oder eben Berlin noch weiter steigen. Aus diesem Grund lohne sich auch jetzt noch der Einkauf, heißt es.

Aber auch in Regionen wie die Ruhrgebiet, wo die Preise in den vergangenen Jahren sogar leicht nachgegeben haben, soll es eine Trendwende und steigende Preise geben. Je höher die Kosten für Wohneigentum in den beliebten Metropolen werden, desto mehr Personen sind gezwungen, in die nicht ganz so populären Regionen auszuweichen, was auch hier Nachfrage und damit die Preise in die Höhe treiben wird.

Die richtige Zeit für eine Immobilienfinanzierung

Die fallenden Immobilienzinsen eröffnen Bau- und Kaufinteressierten die Möglichkeit, noch einmal sehr günstig Wohneigentum erwerben zu können. Dabei wäre es ein Fehler, noch lange zu zögern und zu warten, ob die EZB den Leitzins noch einmal senkt. In dieser Phase werden die Preise für Immobilien den vermeintlichen Zinsvorteil mehr als verzehren. Die beste Zeit, um zu handeln, ist deshalb genau jetzt, um auf diese Weise das bestmögliche Paket aus Immobilienzinsen und Kaufpreis zu bekommen. Wer zu lange zögert, wird vermutlich erleben, dass nicht nur die Preise ansteigen, sondern dass auch die Immobilienzinsen wieder in die Höhe klettern.

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