ESM und Leitzins: Auswirkungen auf Immobilienkredite

Auswirkungen auf ImmobilienkrediteDie Eurogruppe und die Europäische Zentralbank haben durch ihre Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro den Zinsanstieg für Immobilienkredite vorläufig gestoppt. Verantwortlich dafür sind der neue Euro-Rettungsfonds ESM („Europäischer Stabilitatsmechanismus“), die Leitzinspolitik der Notenbank sowie ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen. Dieses Maßnahmen-Trio führt zu einer Kapitalisierung der Banken und einer garantierten Zahlungsfähigkeit der Mitgliedsländer der Euro-Staaten, wodurch die Geldhäuser auch wieder verstärkt Kredite in die Wirtschaft und an Privatpersonen ausschütten können.

Der ESM: Mehr als nur ein Nachfolger der EFSF

Der ESM tritt die Nachfolge der EFSF an, die noch bis Sommer 2013 parallel existieren wird. Anders als seine Vorgängerin ist der neue Fonds auf Dauer eingerichtet und hat sogar Eingang als europäische Institution in die EU-Verträge gefunden. Er verfügt über eine Kapitaldecke von 500 Milliarden Euro und vergibt Kredite an in Not geratene Mitgliedsstaaten, die im Gegenzug ein wirtschaftliches Anpassungsprogramm durchführen müssen. Durch den ESM wird die Zahlungsfähigkeit einzelner Euro-Staaten also abgewendet. Vermutlich wird der Fonds zudem noch auf zwei Billionen Euro gehebelt und erhält das Recht, Banken direkt zu rekapitalisieren, sollten diese in finanziellen Schwierigkeiten sein und als „systemrelevant“ gelten. Voraussetzung hierfür ist eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht, die bis Ende 2012 stehen soll. Die Finanzinstitute bleiben auf diese Weise liquide.

Der Leitzins: Weiterhin historisch tief

Noch mehr zur Bankenliquidität trägt die Europäische Zentralbank bei, denn diese hat den Leitzins bei den historischen tiefen 0,75 Prozent belassen. Vom Leitzins hängt der EURIBOR ab. Dies ist der Zinssatz, zudem sich die Geldhäuser gegenseitig Kapital leihen können. Ebenfalls vom Leitzins ist auch der Satz abhängig, zu dem sich die Finanzinstitute Geld von der EZB leihen können. Je günstiger der Leitzins ist, desto billiger wird es also für die Banken, sich über Kredite zu refinanzieren. In der Folge können Sie auch Darlehen (z.B. Baukredite) immer günstiger an ihre Kunden vergeben, da sie auch mit niedrigen Zinsen genug Geld einnehmen, um ihre Schulden bei der Zentrale oder anderen Banken zu begleichen und noch immer etwas zu verdienen.

Das Ankaufprogramm der Staatsanleihen: Die EZB als Bad Bank

Die Zinsen von Staatsanleihen von Ländern wie Italien oder Spanien schossen in den letzten Monaten drastisch in die Höhe. Die EZB hat deshalb angekündigt, auf dem Sekundärmarkt (dem Bankenmarkt) diese Papiere zu kaufen, um die Zinslast der Staaten zu senken. Für die Banken bedeutet dies, dass die EZB gleichsam als „Bad Bank“ fungiert. Sie werden die Papiere von in Not geratenen Staaten in jedem Fall los, insofern diese sich zu einem wirtschaftlichen Anpassungsprogramm verpflichten. Auch auf diese Weise kommt neues Kapital in die Märkte und die Banken können sich um Risiken erleichtern.

Die Folgen für die Immobilienkredite

Die Maßnahmen haben den Anstieg der Zinssätze gestoppt. Sie liegen derzeit alle auf dem Niveau des August und teilweise sogar darunter. Für eine dauerhafte Senkung der Zinssätze der Immobilienkredite taugen aber weder ESM, noch Leitzins (der sicher wieder erhöht werden wird) noch Ankaufprogramm. Dazu wird das frische Kapital von den Banken zu dringend auch an anderen Stellen gebraucht. Die Stabilisierung ist deshalb das bestmögliche Ergebnis. Interessenten sollten deshalb nicht zögern und eine Finanzierung abschließen, um die günstigen Konditionen ausnutzen zu können.

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