Bauzinsen werden im vierten Quartal anziehen

Baukredite werden sich im vierten Quartal weiter verteuern. Nachdem bereits in den Monaten Juli bis August die erwartete Trendwende stattfand, aber die Zinssätze nur sanft anstiegen, werden diese bis Ende Dezember wohl einen deutlicheren Sprung machen. Verantwortlich zeichnen dafür die steigende Nachfrage nach entsprechenden Darlehen sowie die neue Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die das Volumen bestehender Kreditangebote reduzieren und damit für eine weitere Verteuerung sorgen dürfte.

Immobilien als „sicherer Hafen“ in der Krise
Immobilien stehen momentan höher als je zuvor bei den Deutschen im Kurs. Angelockt von den historisch tiefen Zinssätzen, die es vor allem im zweiten Quartal gab, sowie der Tatsache, dass Grundstücke und Gebäude ein „sicherer Hafen“ in der Krise sind, die das eigene Vermögen gegen die Währungsschwankungen absichern, entschieden sich immer mehr Deutsche für entsprechende Darlehen. Das Resultat ist, dass nicht mehr nur Kredite für Bauvorhaben in Metropolregionen gefragt sind, sondern auch ländliche Regionen Interessenten anziehen. Der gestiegenen Nachfrage steht allerdings kein gewachsenes Angebot gegenüber. In diesem Fall greift ein marktwirtschaftliches Gesetz: Die bestehenden Offerten, also die Baukredite, werden teurer.

EZB rückt die Staatsanleihen in den Mittelpunkt

Weit folgenreicher als die gestiegene Nachfrage, die sich bis zum zweiten Quartal 2013 nivelliert haben dürfte, ist jedoch die Entscheidung der EZB, künftig Staatsanleihen anzukaufen. Die Verträge der Notenbank sehen vor, dass diese keine direkte Staatsfinanzierung betreiben darf. Das heißt, der Primärmarkt ist ihr verschlossen. Stattdessen muss sie auf dem Sekundärmarkt aktiv werden. Praktisch bedeutet dies folgendes: Sie kauft die Staatsanleihen von den europäischen Privatbanken. Wozu dies führte, konnte man bereits beim letzten derartigen Projekt im Jahr 2010 sehen: Die Banken kaufen gezielt Staatsanleihen der Krisenländer, um diese teurer an die EZB weiterzugeben. Diese erwirbt die Papiere mit einer „Outright“-Klausel. Dies bedeutet, eine Rückgabe der Staatsanleihen an die Banken ist nicht vorgesehen. Diese machen deshalb eine garantierte Rendite. Es ist für sie deshalb schlüssig, Mittel aus der Kreditvergabe abzuziehen und in Staatsanleihen zu investieren. Durch die gestiegene Geldmenge wird auch die Inflation in die Höhe klettern. Beide Prozesse werden dazu führen, dass sich alle Kreditzinsen verteuern.

Kreditinteressenten sollten jetzt zuschlagen
Wer bauen möchte, hat deshalb kein besonders großes Fenster mehr. Noch sind die Zinsen relativ tief und liegen sogar für 20 Jahre noch unter drei Prozent. Auf Sicht dürfte dieser Wert nicht mehr erreicht werden. Es lohnt sich deshalb, eher heute als morgen ein entsprechendes Darlehen abzuschließen, denn auch die benachbarten Darlehen, wie Anschlussfinanzierungen oder die Kredite mit rollierendem Zins sind noch sehr günstig.

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