Bauzinsen ziehen seit letzter Woche wieder an

Bauzinsen: kurzfristig stabil, langfristig stark steigendDie monatelange Talfahrt der Bauzinsen ist beendet. In der vergangenen Woche zogen sie erstmals wieder an. Besonders sichtbar war dies bei den Bauzinsen mit fünfjähriger Bindungsfrist, denn diese waren im April unter die symbolisch wichtige Marke von 2,00 Prozent gerutscht und hatten im Juli einen historischen Tiefststand von 1,79 Prozent erreicht. Seit einigen Tagen liegen sie jedoch wieder oberhalb der zwei Prozent und damit auf dem Niveau von vor drei Monaten.

Stabilisierungsmaßnahmen konnten Zinswende nicht stoppen

Sowohl Europäische Zentralbank (EZB) als auch die europäische Politik hatten zuletzt versucht, die Zinswende noch zu stoppen, um auf diese Weise eine Verteuerung der Kreditversorgung zu verhindern. Die EZB senkte den Leitzins auf 0,75 Prozent. Nie in der Geschichte der europäischen Gemeinschaftswährung hat er sich auf einem so tiefen Niveau befunden. Die europäische Politik erklärte, der neue Euro-Rettungsfonds ESM könne auch dazu verwendet werden, direkt Darlehen an die Banken zu vergeben. Beide Maßnahmen sollten den Geldhäusern der Währungsgemeinschaft die Sicherheit geben, sich günstig mit frischem Geld versorgen zu können und dazu auch in Zukunft die Möglichkeit zu haben. Im Idealfall hätten die Finanzinstitute diese Gelder in Gestalt billiger Kredite an Wirtschaft und Privatkunden weitergeben sollen. Die Experten der Finanzmärkte befürchteten allerdings schon nach der Leitzins-Senkung, dass diese Maßnahmen nicht reichen würden. Wie die steigenden Hypothekenzinsen beweisen, haben sie mit ihrer Einschätzung Recht behalten.

Die Zinsen werden langfristig weiter steigen

Die Prognose für die Zukunft sieht ebenfalls düster für Bau-Interessenten aus, denn die Zinsen dürften sowohl mittel- als auch langfristig deutlich weiter steigen. Verantwortlich dafür sind vor allem zwei Prozesse: Zum einen machen die deutschen Staatsanleihen den Baukrediten Konkurrenz. Banken suchen nach langfristigen und möglichst lukrativen Refinanzierungsmöglichkeiten. Bislang konnten sie mit den deutschen Kreditpapieren jedoch so gut wie keine Rendite erzielen. Doch auch hier hat sich der Wind gedreht und die Zinsen steigen. Statt Baudarlehen auszuschreiben, werden mehr Geldhäuser diese Mittel in Staatsanleihen investieren. Zum anderen fehlt vielen Banken momentan Geld, um die strengeren Eigenkapitalvorschriften, die nach dem Basel III-Abkommen verpflichtend werden, erfüllen zu können und um die gewaltigen Gelder von mehr als einer Billion Euro, die sie sich von der EZB während der Krise geliehen haben, wieder an diese zurückbezahlen. Ein gängiger Weg, um die benötigten Mittel einzunehmen, sind steigende Kreditzinsen.

Möglichst zeitnah eine Bau-Finanzierung abschließen

Die Zinswende lehrt vor allem eins: Wer bauen möchte, der sollte so schnell wie möglich eine passende Finanzierung abschließen, denn so günstig wie jetzt wird man sich in den kommenden Jahren (und möglicherweise Jahrzehnten) nie wieder den Traum vom Eigenheim erfüllen können. Die Zinsen werden in den kommenden Monaten weiterhin deutlich anziehen und sich langfristig mehr als verdoppeln. Deshalb gilt hier das alte Sprichwort, dass den, der zu spät kommt, das Leben bestraft.

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