Nächste Leitzinssenkung – EZB sorgt für ein Rekordtief

Er ist erst seit wenigen Wochen im Amt und sorgte gleich zweimal für einen Paukenschlag an der Europäischen Zentralbank. EZB-Chef Mario Draghi und seine Kommission aus Währungshütern entschlossen sich am 8.Dezember dazu, den Leitzinssatz um 0,25 Prozent auf nunmehr 1,0 Prozentpunkte zu senken. Die stagnierenden Konjunkturdaten in der Euro-Zone und eine drohende Rezession machten diesen Schritt erforderlich.

Billiges Geld als Mittel gegen Schuldenkrise und Rezession

Mit Überraschung wurde das Senken des Leitzinssatzes am 3. November 2011 um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent aufgenommen, nachdem der ehemalige Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet, zuvor in zwei Zinsschritten das Ende des Höhepunktes von billigem Geld verkündet hatte. Jetzt scheinen sich die obersten Ökonomen der EZB einig zu sein, dass die Wirtschaftsleistung in 2012 in der Euro-Zone fallen wird. Selbst bei einer günstigen Entwicklung der Konjunktur rechnen die obersten Währungshüter mit einem Wachstum von lediglich 1,0 Prozent. Diese Prognose wird nicht ausreichen, eine drohende Rezession abzuwenden. Die günstigen Prognosen vom September, die ein durchschnittliches Wachstum von bis zu 2,2 Prozent diagnostizierten, haben sich aktuell relativiert. Starke Spannungen an den internationalen Finanzmärkten sollen, laut Draghi, der Auslöser für negative Erwartungen der Wirtschaft sein.

Zweite Zinssenkung in 2011: Billiges Geld für wirtschaftlichen Aufschwung

Die Senkung des Leitzinssatzes auf nunmehr 1,0 Prozent hat die beiden Zinserhöhungsschritte unter Trichet wieder ausgeglichen und ein Rekordtief ist die Folge. Geschäftsbanken profitieren davon, sich zu günstigen Konditionen Geld von der Zentralbank zu leihen. Je niedriger der Leitzins ausfällt, desto problemloser kann eine Bank Darlehen an ihre Kunden weiter geben. Unternehmen werden inspiriert, wieder zu investieren, um nachhaltig die Wirtschaft anzukurbeln. Zusätzliche Milliarden werden durch die Leitzinssenkung in die Banken gespült, zusätzliche Rücklagen werden geschaffen und gleichzeitig wird die gelähmte Konjunktur gestützt. Die auf rund drei Prozent angestiegene Teuerungsrate im Euro-Raum führte in den vergangenen Monaten zu instabilen Preisen und einer verhaltener Investitionslaune. Geschäftsbanken, die nun billiges Geld von der EZB bekommen, sind am Kreditmarkt wieder geschäftsfähig und können einen Engpass in ihrem eigenem Finanzsystem ausgleichen.

Niedriger Leitzins – Anlagelaune in Immobilien steigt

Das Senken des Leitzinssatzes wirkt sich nicht nur positiv auf Unternehmen an, die in den wirtschaftlichen Aufschwung investieren wollen, sondern auch auf den privaten Konsumenten. Banken stellen künftigen Immobilienbesitzern Baudarlehen zu unschlagbar günstigen Konditionen bereit und wer nachhaltig an Zinskosten sparen will, profitiert als Kreditnehmer von einer langen Zinsbindung. Immobilienbesitzer, die bereits ein Darlehen vereinbart haben, sichern sich den aktuellen Zins mit einem Forward-Darlehen bereits Jahre vor der Anschlussfinanzierung.

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