Bauzinsen Entwicklung im 1. bis 3. Quartal 2011

Baufinanzierung 2011

Bereits im letzten Quartal des vergangenen Jahres deutete sich ein Zinsanstieg an, denn die anziehende Inflation und steigende Verbraucherpreise wie auch die europaweite angespannte finanzielle Situation führten auf dem Anlagemarkt zu starken Verunsicherungen. Wenngleich die durchschnittliche Teuerungsrate mit 2,2 Prozent über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank lag, wurde der einprozentige Leitzinssatz ins Jahr 2011 hinüber gerettet. Zur Jahreswende 2010/2011 waren auch die Zeiten vorbei, in denen man, wie noch im Sommer 2010, zehnjähriges Baugeld auch für weniger als drei Prozent erhalten konnte. Im 1. Quartal kosteten 150.000 Euro mit einer Zinsbindung von zehn Jahren bereits 3,65 Prozent.

Leitzinserhöhung: leichte Seitwärtsbewegung für Baudarlehen

Die Leitzinserhöhung im April 2011, die laut Expertenmeinung zu spät vollzogen wurde, war die richtige Konsequenz, auf die europaweit angestiegene Inflationsrate zu reagieren. Der leichte Anstieg um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent sollte eine Trendwende in Bezug auf die Bauzinsentwicklung bringen. Doch wirkt sich eine Leitzinserhöhung nicht zeitnah auf das Bauzinsniveau aus. Baugeldkonditionen und Leitzinssatz stehen nicht in dem unmittelbaren Zusammenhang, wie dies der Fall bei kurzfristigen Geldmarktzinsen ist. Insbesondere für langfristige Baudarlehensverträge erwies sich der erhöhte Leizins als zunächst nicht ausschlaggebend. Auch die erneute Leitzinserhöhung um weitere 0,25 Prozentpunkte im Juli konnte an dieser Entwicklung nichts ändern.

Flucht in sichere Staatsanleihen begünstigt Zinsentwicklung

Die Risikobereitschaft der Banken war bereits zu Jahresbeginn 2011 drastisch gesunken und auch Kapitalanleger zogen sich verstärkt aus Aktiengeschäften zurück. Die politische, wirtschaftliche und finanzielle Situation in einigen EU-Mitgliedsstaaten, Sorgenkind Griechenland voran, veranlassten Investoren dazu, in sichere festverzinsliche Papiere anzulegen. Bereits im 2. Quartal 2011 war abzusehen, dass deutsche Staatsanleihen zu den Gewinnern gehören und die Bundesrepublik als Garant innerhalb des europäischen Bankensystems gilt. Deutschland hat, wie kein anderes Land, die Möglichkeit, sich nahezu umsonst Kapital zu leihen.

Die daraus resultierenden Konditionen wirken sich auch auf die Kreditgeschäfte aus, sodass private wie auch gewerbliche Häuslebauer bereits seit dem Sommer von den Auswirkungen der Finanzkrise über Umwegen durch Top-Konditionen profitieren. Begünstigt wird die aktuelle Kapitalmarktsituation durch den seit Monaten entfachten Wettbewerbskampf zwischen herkömmlichen Banken und der Versicherungswirtschaft. Lag der Marktanteil von Baudarlehen über Versicherungen gerade einmal bei fünf Prozent, gehen die Assekuranzen jetzt mit attraktiven Konditionen an den Markt. Verschärfte Eigenkapitalregelungen und sinkende Zahlen bei Neukundengeschäften, lassen Versicherer um neue Märkte buhlen. Profiteure im Kampf um Konditionen sind künftige Immobilienbesitzer.

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