Bauzinsenverlauf im 1.Halbjahr 2011

EigenheimBereits im Spätsommer des vergangenen Jahres zeichnete sich eine Veränderung der kapitalmarktpolitischen Situation im Euroraum ab. Die wirtschaftliche Entwicklung, die in vielen Ländern Europas und insbesondere der Bundesrepublik einen konjunkturellen Aufschwung erfahren hat, führte bereits im ersten Quartal 2011 nicht nur zu prall gefüllten Auftragsbüchern, wachsenden Exportzahlen und einer steigenden Zahl von Beschäftigten, sondern auch zu einer europaweiten ansteigenden Inflationsrate. Dennoch konnte sich die Europäische Zentralbank nicht für das Anheben des Leitzinssatzes entscheiden und beließ diesen bei einem Prozent. Das führte dazu, dass sich Anlagezinsen wie auch Kreditzinsen auf einem sehr niedrigen Niveau bewegten und Baufinanzierungen attraktiv machten.

Im ersten Quartal 2011 entschieden sich viele künftige Eigenheimbesitzer dazu, sich den noch günstigen Bauzins mit einer langen Zinsbindungsfrist zu sichern. Zinserhöhungenrisiken ließen sich ausschließen und Einsparungen konnten in einen höheren Tilgungssatz investiert werden. Bis in den Monat März hinein waren zehnjährige Zinsbindungen mit einem durchschnittlichen Bauzinssatz von 3,7 Prozent ausgestattet. Der schrittweise Anstieg wurde von den Darlehensnehmern noch gut verkraftet und die Sorge vor einer baldigen Erhöhung des Leitzinssatzes ließ viele Menschen in die eigenen vier Wände anlegen.

Zinswende eingeläutet

Auch nach der Erhöhung der Konditionen durch die EZB auf 1,25 Prozent in der ersten Aprilwoche 2011 zeichneten sich noch keine eklatanten Verluste ab, weil Bauzinsen in den Bereich langfristige Geldmarktkonditionen fallen und sich Zinsnachteile zu einem späteren Zeitpunkt auswirken. Da die Europäische Zentralbank ihr Augenmerk auf die Höhe der Teuerungsrate im Euroraum richten muss, kündigten einige Finanzexperten bereits unmittelbar nach der Anhebung des Leitzinses an, dass aller Voraussicht nach im zweiten Halbjahr 2011 mit einem erneuten Anstieg gerechnet werden muss. Weiter steigende Kapazitätsauslastungen der deutschen Wirtschaft wie auch ansteigende Rohstoffpreise an den Weltmärkten ließen zu Beginn des Monats Juni die Inflationsrate nochmals ansteigen, sodass für die zweite Jahreshälfte mit einer Erhöhung der Zinskosten zu rechnen ist und sich Baufinanzierer und Banken darauf einstellen, verstärkt Baudarlehen zu vergeben.

Beliefen sich die Bauzinsen für eine zehnjährige Zinsbindung im ersten Quartal noch auf rund 3,7 Prozent, muss beim gegenwärtigen Kapitalmarktumfeld mit rund 4 Prozent gerechnet werden. Verstärkt wurden im ersten Halbjahr auch Forward-Darlehen vereinbart, mit denen sich Darlehensnehmer einen moderaten Zinssatz für ihre Anschlussfinanzierung sichern können und dies bei einigen Banken gar für einen Zeitraum von fünf Jahren.

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