Leitzinserhöhung der EZB – wie sehen die Folgen für die Bauzinsen aus?

EZB in Frankfurt am Main - by_SarahC._pixelioEine Erhöhung des Leitzinssatzes am 7. April war die Konsequenz aus der europaweit angestiegenen Inflationsrate. Die Europäische Zentralbank (EZB) reagierte nach Meinung von Fachleuten spät und entschied sich erst jetzt um einen leichten Anstieg von 1.0% auf 1,25 %. Die Trendwende hinsichtlich der Zinsprognose wurde bereits im letzten Quartal des Jahres 2010 eingeläutet, sodass bereits im ersten Quartal 2011 ein leichtes Ansteigen von Zinskonditionen im Bereich Immobilienfinanzierungen zu beobachten war. In den kommenden Monaten werden die Vorgaben des amerikanischen Kapitalmarktes wie auch weiter ansteigende Inflationserwartungen in der Bundesrepublik dazu führen, dass langfristige Baufinanzierungen weiter ansteigen werden.

Die Leitzinserhöhung wirkt sich nicht sofort auf die Entwicklung des Bauzinsniveaus aus, denn Leitzins und Baugeldkonditionen stehen nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang, wie dies der Fall bei kurzfristigen Marktzinsen ist. Schließlich werden langfristige Kapitalmarktkonditionen wie Baugeldzinsen unter anderem auch durch die marktwirtschaftlichen Kriterien wie Angebot und Nachfrage bestimmt. Wer auf der Suche nach einer Orientierungshilfe in Sachen Baugeldzinsen ist, kann die Pfandbrief- und Anleihesätze zur Bewertung heran ziehen. Somit schlägt die jetzt vorgenommene Leitzinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte auch in den kommenden Monaten noch nicht voll auf die Bauzinsen durch. Dennoch sollten sich künftige Bauherren auf die veränderte Situation bereits jetzt schon einstellen und auch angesichts der Tatsache, dass es aller Voraussicht nach schrittweise zu weiteren Erhöhungen des Leitzinssatzes bis zum Jahresbeginn 2012 kommen kann.

Trotz der Erhöhung des Leitzinssatzes erweisen sich Finanzierungskonditionen für langfristige Darlehensverträge immer noch als sinnvoll, denn trotz eines leichten Aufschlags kann sich der Darlehensnehmer aktuelle Konditionen vergleichsweise günstig für die Zukunft sichern, von Planungssicherheit profitieren und sich vor einem Zinsanstieg schützen. Schließlich ist in Zukunft eher mit einem weiteren Zinsanstieg zu rechnen. Daher lohnt sich eine Zinsbindung von mehr als zehn Jahren, um sich nachhaltig vor höheren Zinskosten zu schützen. Darüber hinaus geht der Darlehensnehmer mit einer langen Laufzeit kein Risiko ein, denn nach deutschem Recht kann jeder sein Baudarlehen nach zehn Jahren kündigen, wenn eine Vollauszahlung bereits stattgefunden hat. Dies empfiehlt sich immer dann, wenn wider erwarten das Zinsniveau fällt. Innerhalb von einem halben Jahr muss das Darlehen dann zurück gezahlt werden.

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