Axel Weber geht – wie wird sich die Zinspolitik künftig gestalten?

Mit seinem Rücktrittsgesuch löste Axel Weber nicht nur bei einigen Finanzexperten Unverständnis aus, sondern ließ sie auch mit gemischten Gefühlen der künftigen europaweiten Zinspolitik entgegen sehen. Weber, der als oberster Gralshüter galt, wenn es um Währungsstabilität innerhalb des Euroraumes ging, wird eine Lücke hinterlassen, wenn man an die wichtige Funktion auch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) denkt.

Jens Weidmann, der Neue bei der Bundesbank, tritt eine schwere Nachfolge an. Schließlich stand Axel Weber für eine realistische Zinspolitik und war stets bemüht, den Euro auch in kritischen Phasen zu schützen. Viele Finanzexperten werten den Rückzug Webers aus der Chefetage der Bundesbank als Manko hinsichtlich der Stabilität der Zinspolitik. Auch die Nachfolge des Chefs der Europäischen Zentralbank ist für den am 30. April aus seinem Amt scheidenden Weber jetzt kein Thema mehr. Was dies konkret für die Zinsentwicklung bedeutet, könnte sich schon recht bald abzeichnen. Schließlich ist mit dem Führungswechsel bei der Bundesbank auch eine andere Strategie verbunden, die Einfluss auf den Leitzinssatz der EZB nehmen könnte.

Weber hatte sich während seiner Amtszeit die Schuldenkrise in der Euroregion auf seine Fahnen geschrieben und stets vor der steigenden Inflationsrate gewarnt. Dennoch reagierte die EZB nicht auf seine Warnungen, was ihm eine Abseitsposition im EZB-Rat einbrachte. Die Krise im Euroland und auch die daraus resultierenden Auswirkungen auf die europäische Zinspolitik waren die Hauptthemen des Bundesbank-Chefs. In welcher Form sein Nachfolger, Jens Weidmann, diese Strategie verfolgen wird, muss abgewartet werden. Ein Anheben des Leitzinses der EZB wird von Beobachtern des Marktes im kommenden Jahr erwartet. Die Bauzinsen Tendenz wird das gegenwärtige Niveau aller Voraussicht nach überschreiten und wer in eine eigene Immobilie investieren will, sollte das Zinsumfeld, das bereits in Bewegung geraten ist, für eine lange Zinsbindung nutzen.

Die Zinsprognosen weisen auf eine Anhebung in der zweiten Jahreshälfte 2011 hin und bereits jetzt muss der Darlehensnehmer, der sich niedrige Bauzinsen für eine Anschlussfinanzierung sichern will, höhere Zinsaufschläge zahlen. Für Baudarlehen mit einer langen Zinsbindung werden heute 0,4 Prozentpunkte mehr verlangt als für eine zehnjährige Zinsbindung. Dennoch schützt sich der künftige Eigenheimbesitzer auf diese Weise vor einem Zinsanstieg und kann nach Bedarf im Falle sinkender Bauzinsen das gesetzlich definierte Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren nutzen, sofern eine Vollauszahlung des Darlehens bereits stattgefunden hatte.

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